Wir wollen nur den Moment. Und das schon eine ganze Weile.

Improtheater

Improvisationstheater (oder kurz Improtheater) hat als Ausgangslage nur die Schauspieler, einen Bühnenraum und ein mitdenkendes Publikum. Ohne vorgegebenen Text, ohne Regie, ohne Bühnenbild entsteht Theater aus dem Moment. Die Spieler treten auf die Bühne, ohne zu wissen, welche Rolle sie verkörpern oder welche Geschichte sie spielen werden.

Mit der Hilfe des Publikums – und vor seinen Augen – entstehen Figuren aus dem Moment. Diese begegnen einander, es beginnt eine Geschichte: Lebensfäden kreuzen und verknoten sich, Emotionen erwachen, Liebe entflammt, es nagt der Neid, Hass wird geschürt, das Schicksal nimmt seinen Lauf. Bis zum bitteren oder glücklichen Ende.

Tradition im Moment – eine kurze Geschichte des Improtheaters

Improvisations war schon immer Teil der Kunstform Theater. Als wichtigster historischer Bezugspunkt für das zeitgenössische Improvisationstheater gilt jedoch die Commedia dell‘ Arte, die im 16. Jahrhundert in Italien von Wanderbühnen entwickelt wurde. So war auch das Deutsche Lustspiel stark von dieser Theaterform beeinflusst.

Improvisation stellte dann im 18. Jahrhundert für verschiedene Theoretiker die moralische Funktion des Theaters in Frage. 1752 wurde das „Stegreifspiel“ durch einen kaiserlichen Erlass sogar verboten. Der Autor sollte die alleinige Autorität über den Inhalt eines Stücks erhalten.

Ende der 50er Anfang 60er Jahre begannen in den USA und Kanada verschiedene Gruppen wieder mit rein improvisiertem Theater zu arbeiten. Verantwortlich dafür, dass diese moderne Form des Stegreifspiels auch in Europa wieder populär wurde sind vor allem Viola Spolin und Keith Johnstone, die mit ihren Publikationen und Workshops einigen Einfluss ausübten.

Theatersport

Hier spielen die Gladiatoren des Improvisations-Theaters. Zwei Teams buhlen um die Gunst des Publikums und messen sich in gefährlichen Improvisations-Disziplinen.

Der Spielwut sind keine Grenzen gesetzt. Ob gereimt oder gesungen, als Western, oder Soap Opera – das Publikum gibt  die Vorgaben für jede Szene. Ein gnadenloser Schiedsrichter ahndet die Regelverstösse und verteilt gelbe oder rote Karten. Nach jeder Runde werden Punkte für die bessere Darbietung verteilt. Das Publikum erkürt so im Lauf des Abends die Siegermannschaft.

Nichts ist geprobt, nichts ist vorbereitet. Theatersport – das ist ein Mitfiebern und Mitlachen an diesem Abgrund, den wir Moment nennen.